Haustiere in Bubble-Rucksäcken: Sightseeing auf Kosten der Tiere
Mit Kaninchen, Meerschweinchen oder Katze auf Sightseeing-Tour? Sogenannte Bubble-Rucksäcke machen es möglich, setzen die mitgeführten Tieren jedoch unnötigem Stress und erheblichen gesundheitlichen Risiken aus. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) rät dringend von ihrer Verwendung ab.
28.09.2026
Für Kaninchen, Meerschweinchen und andere Kleintiere sind solche Rucksäcke jedoch völlig ungeeignet. Sie haben darin weder ausreichend Platz noch eine geeignete Rückzugsmöglichkeit, was für Fluchttiere enormen Stress bedeutet. Hinzu kommt das ständige Hochheben und Herumtragen, wodurch die Tiere zusätzliche Ängste erleiden, die sie nicht selten in eine Schockstarre verfallen lässt. Kleintiere sind keine Kuscheltiere und benötigen in ihrem gewohnten Umfeld zahlreiche Versteckmöglichkeiten, in die sie sich bei Bedarf zurückziehen können.
Aber auch Katzen sollten nicht ohne konkreten Grund in solchen Rucksäcken herumgetragen werden. Sie sind grundsätzlich standortgebunden und können durch das ständige Hochheben und Tragen ebenfalls erheblich gestresst werden. Für kurznasige Rassen, denen das Atmen ohnehin bereits schwerfällt, können Bubble-Rucksäcke durch die unzureichende Belüftung gerade in den Sommermonaten schnell lebensgefährlich werden. Da man die Tiere nicht im Blick hat, besteht die Gefahr, dass man ihre Angst oder Atemnot verpasst.
Es ist grundsätzlich zu begrüssen, wenn Halter möglichst viel Zeit mit ihren Heimtieren verbringen möchten. Dabei sollten diese sich jedoch an die Bedürfnisse der Tiere anpassen – nicht umgekehrt. Ein solcher Rucksack kann bei Wanderungen mit kleinen Hunden möglicherweise nützlich sein, wenn die Tiere eine Pause brauchen, nicht jedoch bei Kleintieren und Katzen. Die entsprechende Verwendung stellt vielmehr ein gefährliches Accessoire dar – und kein geeignetes Transportmittel. Der Trend zur Vermenschlichung von Heimtieren widerspricht klar dem gesetzlich verankerten Schutz ihrer Würde.