TIR bedauert Ablehnung der Stopfleber-Initiative durch den Nationalrat – begrüsst aber Beschluss zum indirekten Gegenentwurf als Schritt in die richtige Richtung
Am gestrigen Mittwoch hat der Nationalrat die sogenannte Stopfleber-Initiative sowie einen indirekten Gegenvorschlag zu dieser beraten. Die Initiative fordert ein Importverbot für Stopfleber und daraus hergestellte Produkte. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) bedauert, dass der Nationalrat diese nun zur Ablehnung empfohlen hat. Sie begrüsst hingegen, dass die grosse Kammer zumindest einem indirekten Gegenentwurf zur Initiative zugestimmt hat – wenngleich dieser aus Tierschutzsicht deutlich zu wenig weit geht.
19.03.2026
An seiner gestrigen Sitzung beschloss der Nationalrat nun, die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen und den indirekten Gegenentwurf, wie er von der Mehrheit der vorberatenden Kommission verabschiedet wurde, anzunehmen. Dieser sieht vor, dass die zuständigen Bundesstellen die Entwicklung der Einfuhr von Stopfleber und daraus hergestellten Produkten beobachtet und dem Bundesrat alle fünf Jahre Bericht erstattet. Sollte sich die Importmenge innerhalb des Berichtszeitraum nicht zurückgehen, hat der Bundesrat weitergehende Massnahmen zu treffen.
Die TIR hatte sich im Vorfeld der Debatte im Nationalrat gemeinsam mit
Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz, dem Schweizer Tierschutz STS, dem
Zürcher Tierschutz und Sentience sowohl für die Initiative als auch für
einen möglichst starken Gegenentwurf stark gemacht.
Als Nächstes wird sich nun der Ständerat mit dem Geschäft befassen. Die TIR appelliert an die kleine Kammer, einerseits die Initiative zur Annahme zu empfehlen und andererseits den indirekten Gegenentwurf um das Erfordernis des "merklichen" Rückgangs der Einfuhrmenge und eine engmaschigere Evaluation zu ergänzen und anzunehmen. Das Ziel muss letztlich darin bestehen, einen möglichst vollständigen Rückgang der Stopfleber-Importe herbeizuführen, um zu verhindern, dass die Schweiz durch eine inländische Nachfrage im Ausland eine Praktik fördert, die hierzulande als Tierquälerei verboten ist.