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Stiftung für das Tier im Recht
  
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Stiftung für das Tier im Recht (TIR)

 
 

Jahresbericht 2006

 
(genehmigt an der Stiftungsratssitzung vom 12. Juni 2007)


A. Stiftungsratssitzungen, Formelles

Der Stiftungsrat trat am 22. Mai und am 12. September 2006 zusammen. Im Berichtsjahr wurden zwischen den Mitgliedern des Stiftungsrates und dem Geschäftsleiter ausserdem mehrere Einzelabsprachen getroffen. Sowohl im Stiftungsrat als auch in der Stiftung waren im Berichtsjahr personelle Mutationen zu verzeichnen. Dr. Markus Raess ist per 22. Mai 2006 aus dem Stiftungsrat ausgeschieden. Zu den bisherigen Christian Flückiger (Präsident), Fürsprecher und Notar in Bern und Dr. Christoph Degen, Advokat in Basel und Geschäftsleiter der profonds, Dachverband gemeinnütziger Stiftungen der Schweiz, konnten erfreulicherweise der Präsident des ETH-Rates, Prof. Dr. Alexander J. Zehnder, und Jörg Röthlisberger, Partner bei Richterich & Partner, iner Managementberatungsfirma für Kommunikation und Marketing, neu in den Stiftungsrat aufgenommen werden. In der Stiftung sind die Positionen von Dr. Antoine F. Goetschel als Geschäftsleiter und Dr. Gieri Bolliger als wissenschaftlicher Mitarbeiter unverändert geblieben, während Susan Platt per Ende 2006 aus der Administration ausgeschieden ist und in Liana Bressan an ihrer Stelle eine hervorragende Mitarbeiterin gefunden worden ist. Unterstützt wurde die Administration durch eine KV-Praktikantin. Vervollständigt wurde das Stiftungsteam durch mehrere Jura-Studentinnen aus höheren Semestern, die an verschiedenen Projekten beteiligt waren. Als Novum wurden 2006 zudem erstmals sog. "Schnupperpraktika" für interessierte Studierende angeboten, denen für eine begrenzte Zeit von drei bis sechs Wochen ein vertiefter Einblick in den Arbeitsalltag der Stiftung vermittelt wird.


B. Tätigkeiten

1. Berichtsjahr trat die Stiftung wiederum in mehreren Fach­­pub­li­kationen und Veröf­fent­li­chun­­gen in Erscheinung. Die Bei­träge wur­den in der Regel in bewährter Zusam­menar­beit von An­toine F. Goetschel und Gieri Bolliger verfasst, gelegentlich auch un­ter Mit­hilfe wei­terer Mit­ar­­beiterinnen der Stiftung. Vor dem  in­ter­grund der aktuellen Geschehnisse betraf ein gros­ser Teil der Ver­öffentlichungen des Jahres 2006 die The­matik "Ge­fährliche Hun­de".

Eine Publikationsauswahl:

  • Goetschel Antoine F. / Bolliger Gieri, Auf dem Weg zu zer­bis­sener Rechtsord­nung? Zum Mass­nahmenpaket "Ge­fäh­r­li­che Hunde", in: NZZ vom 17.1.2006, S. 15;
  • Bolliger Gieri / Goetschel Antoine F., Gefährliche Hunde - auf dem Weg zu einer zer­bis­se­­nen Rechtsordnung? Stel­lung­nahme der Stiftung für das Tier im Recht zum vor­ge­schla­genen Massnahmenpaket des Bundesrats, Eigenver­lag, Zürich 2006;
  • Goetschel Antoine F. / Bolliger Gieri, Leitfaden für Voll­zugs­or­gane im Tierschutz­recht – ins­­besondere für Hundefälle, Eigen­verlag, Zürich 2006;
  • Bolliger Gieri / Goetschel Antoine F. / Richner Michelle / Leut­hold Lehmann Mar­tina, Schwei­zer Tierschutzstrafpra­xis 2005 (ein auswertender Bericht über die Straffälle-Da­ten­bank der Stiftung für das Tier im Recht), Eigenverlag, Zürich 2006;
  • Goetschel Antoine F. / Bolliger Gieri, Weg frei für ein einheitli­ches Hunderecht – Ein Vor­schlag für ein eidgenös­sisches Hundegesetz, in: NZZ vom 11.10.2006, S. 15;
  • Goetschel Antoine F., Stellungnahme der Stiftung für das Tier im Recht zum Ver­nehm­las­­sungsentwurf für die Ände­rung des Gesetzes über das Halten von Hun­den des Kan­tons Zürich, Eigenverlag, Zürich 2006;
  • Bolliger Gieri, Stellungnahme der Stiftung für das Tier im Recht zum Vernehmlas­sungs­ent­­wurf für die Änderung des Gesetzes über das Halten von Hunden des Kantons Thur­gau, Eigenverlag, Zürich 2006;
  • Bolliger Gieri / Seewer Martin, Animaux trouvés: quels soins à porter?, in: Vet-Info 1/ 2006, S. 38f.
2. Die Stiftung war auch im Berichtsjahr wiederum an einer Reihe von Fachtagungen und ande­ren öffentlichen Veranstaltungen vertreten.

Der Geschäftsleiter der Stiftung hat als Referent bzw. Teilnehmer unter anderem an fol­gen­den Veranstaltungen mitgewirkt:
  • am 27. Januar 2006 als Präsentator des "Voll­zugs­leit­fa­dens für Hundefälle" für Behör­den und Hun­dehaltende an­läss­lich der Messe "Hund 06" in Winterthur;
  • im 5. Mail 2006 als Referent am "2. D.A.CH.-Symposium über "Mensch-Heim­tier-Be­zie­hung"  in Ismaning bei Mün­chen;
  • am 4. Oktober 2006 an der Migros-Veranstaltung zum Welt­­tiertag in Bern;
  • am 13. Oktober 2006 als Eintretensreferent über "Das Tier im Recht – Her­aus­for­­derun­gen an die Tierärzteschaft" am Sym­posium der Leopoldina und DVG in Ber­lin;
  • am 30. Oktober 2006 als Präsentator des Entwurfs eines "Bun­desgesetzes zum Schutz vor und von Hunden" vor der Ve­terinärkoordination Schweiz (Versamm­lung der für den Ve­terinärbereich zuständige Regierungsrätinnen und –räte) in Bern;
  • am 7. November 2006 als Mitglied der Jury des Wiener Tier­schutzpreises 2006: Eva­­lui­e­rung der eingereichten Ar­bei­ten, Jurysitzung, Teilnahme an der Preis­ver­lei­hung und als Referent an der veterinärmedi­zi­ni­schen Universität Wien über das Tier im österreichi­schen Recht.
Auch der wissenschaftliche Mitarbeiter vertrat die Stiftung an ver­schiedenen Ver­anstaltun­gen und Anlässen, so etwa:
  • am 10. Januar und 13./17. März 2006 als Referent über das Tier im Recht im Rahmen der Tierpflegerausbildung an der Be­rufsschule in Olten;
  • am 27. Januar 2006 bei der Vorstellung des "Voll­zugs­leit­fa­dens für Hundefälle" für Behör­den und Hunde­haltende an­läss­lich der Messe "Hund 06" in Winterthur;
  • am verschiedenen Veranstaltungen als Referent beim Certo­dog©-Ausbildungs­kurs zu "Der Hund im Recht" bei der Stif­tung für das Wohl des Hundes in Schöftland;
  • am 15. Mai 2006 als Referent über "Rechtliche Hilfsmittel für Tierschutzorganisati­onen" an einer Veranstaltung des Ver­eins Koordination Kan­tonaler Tierschutz (KKT) in Zürich;
  • am 23. Juni 2006 als Referent über die "Würde der Kreatur / ob­jektive Tat­schwere" für Stu­dierende des Nachdiplomstudi­ums Forensik II der HSW Luzern in Ittingen;
  • am 24. November 2006 als Präsentator des Entwurfes für ein "Bundesgesetz zum Schutz vor und von Hunden" anläss­lich eines Hearings der entsprechenden Subkom­mission der Kom­mission für Wissenschaft, Kultur und Bildung des Nati­o­nal­rats in Bern.

3. Schüler und Studierende im In- und Aus­land interessie­ren sich zu­­neh­mend für das Tier­schutz­recht, das Verfassen ent­spre­chen­der Arbeiten und an der Mitwirkung an Projek­ten der Stif­tung. Un­ter dem Titel "Nachwuchsförderung" konn­ten verschie­dene jun­ge Mitarbeiterinnen der Stif­tung gefördert werden, die sich in ver­schiedene Projekte der Stiftung kompetent ein­ge­ar­bei­tet ha­ben. Ihre Freude am Thema wurde zusätzlich gesteigert, und viel­leicht fühlen sie sich dem Thema und der Stiftung beruf­lich auch mit­tel- und langfristig dem Tier im Recht ver­bun­den. Als ent­spre­chen­der Höhepunkt des Berichtsjahrs kann die Planung des Block­seminars "Tierschutz­recht" an der rechtswissen­schaft­lichen Fa­­kultät der Universität Zürich unter Prof. Dr. iur. Heri­bert Rausch im März 2007 in Solo­thurn bezeichnet werden.

4. Die per Ende 2006 auf rund 4500 Titel erweiterte Bibliothek der Stif­tung hat 2006 einen ganz erheblichen Zuwachs erhal­ten. Von der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe durf­te die Stiftung das "Archiv für Ethik im Tier-, Natur- und Umwelt­schutz (AET)" überneh­men. Es handelt sich dabei um eine von Prof. Gotthard M. Teutsch, einem der bedeutends­ten Tier­schutz­ethiker des 20. Jahrhunderts, über Jahrzehnte aufge­baute Sammlung mit rund 5000 zusätzlichen Tierschutzdoku­men­ten. Das von Prof. Teutsch aufgebaute AET ist eine der wich­tigsten Literatursammlungen zum Thema Tierethik welt­weit und umfasst eine gros­se Anzahl längst vergriffener oder nur noch sehr schwer zu­gänglicher Dokumente. An­fangs De­zem­ber 2006 durften Antoine F. Goet­schel und Gieri Bolliger das Ehepaar Prof. Teutsch in Bayreuth be­suchen und ihrer gros­sen Freude über die Gabe Ausdruck verlei­hen. Die im deut­­schen Sprach­raum bereits zuvor wohl umfassendste Bib­lio­thek zum Thema "Tier in Recht und Gesellschaft" wird durch die Integration des AET sowohl in quanti­tativer als auch in qua­li­tativer Hinsicht zusätzlich noch einmal eine erhebliche Er­wie­te­rung erfahren. Ge­samt­haft werden der Öffentlichkeit künftig an die 10'000 Werke (Bü­cher, Fachaufsätze, elek­­troni­sche Do­ku­mente etc.) zur unentgeltlichen Verfügung stehen. Um das ge­sam­melte Wis­­sen noch besser fruchtbar zu ma­chen, stand die Stiftung bereits 2006 in Aufnahme-Ver­hand­lungen mit dem NEBIS, dem bedeu­tends­ten Schweizer Biblio­theks­verbund.

5.Gleichzeitig zur Bibliothekserweiterung wurde auch das Archiv zum Tier in Recht, Ethik und Ge­sellschaft erheblich ausgebaut und verfeinert: Für die Ablage in weit über zweihundert Ein­zel­do­ssiers zu Tierschutzthemen werden praktisch täglich die grös­seren Tageszeitungen und periodisch viele weitere Veröf­fen­tlichungen und Tier­schutzzeitschriften ausgewertet.

6. Noch stärkere Beachtung als im Vorjahr fanden die beiden Websi­tes der Stiftung. www.tier­im­recht.org und www.tierschutz.org bieten übersichtlich und rasch aus­führli­che In­forma­tionen über die Mensch-Tier-Beziehung in praktisch all ihren Facetten. Die rege be­nutzte und mitt­ler­wei­le stark etab­lierte www.tierimrecht.org legt einen rechtli­chen Schwer­punkt auf das Tier in den Gesetzgebungen der Schweiz, ihrer Nach­bar­länder und der EU. Doch auch die 2005 auf­ge­schaltete umfas­sen­de (zweite und all­gemeiner ausgerichtete) Website www.­tier­schutz.org er­freut sich zunehmender Beliebt­heit und Ver­wendung, wie die hervorra­gende Platzierung über die gängi­gen Such­maschinen zeigt. Beide Websites werden in hoher Fre­quenz aktuell ge­hal­ten und periodisch den laufenden Be­dürf­nis­sen der Öf­fent­lichkeit an­gepasst. Als be­son­de­re Attraktivität wur­de im Be­richtsjahr beispielsweise der Bereich "Rechts­auskünfte" (siehe Zif­fer 7) ausgear­be­i­tet und aufgeschaltet.

7. Einem grossen Publikumsbedürfnis nachkommend hat die Stif­tung im Berichtsjahr den Inter­net-Bereich "Rechtsauskünfte" aus­gearbeitet. Hierfür wurden hunderte im Laufe der letzten drei Jahre erteilte telefonische oder rechtliche Auskünfte zum Tier im Recht ausgewertet, in vor­ erst zwanzig Teil- und entspre­chende Un­terbereiche syste­matisiert, für die beiden Websi­tes www.tier­im­recht.org und www.tierschutz.org attrak­tiv gestaltet und auf den Jahreswechsel 2006/2007 aufgeschaltet. Durch die elektro­ni­schen Auskünfte und ein spezielles Formular für zu­sätzliche Fra­gen konnte die Qua­lität der Rechtsauskünfte damit noch wie­ter gesteigert werden. Das Projekt wurde von der Malou-Stiftung für Tierschutz massgeblich unterstützt.

8. Die Daten­bank über sämtliche dem Bundesamt für Ve­te­ri­när­we­sen ge­mel­­deten Schweizer Straffälle im Tierschutz ist im Be­richts­jahr wiederum aktualisiert und er­weitert worden. Auch 2006 hat sich der Ausbau der feinma­schigen Fallsamm­lung (die über die beiden Websites der Stif­tung kostenlos abruf­bar ist) als pra­xisorientiert und sehr wirksam erwiesen. Mit den mehr als 500 Entscheiden aus dem Jahr 2005 und der Ein­arbei­tung aller ver­fügbaren Straffälle ab 1981 gilt die Datenbank mit ihren 4539 per Ende 2006 systematisch aufgearbeiteten und er­fass­ten Fälle im deutschen Sprachraum – und wohl auch welt­weit - als einzigartig. Sie bildet für Polizeibe­amt­In­nen und Un­ter­su­chungs­be­hör­den ebenso ein praxis­taugliches Hilfsin­stru­ment wie für Tier-Organisationen und Medienschaffende. Zu­neh­mend wird sie auch von den Ge­richten als Referenz be­rück­sich­tigt, so etwa vom Zürcher Oberge­richt (siehe Entscheid ZR 105, 2006, Nr. 38, S. 170 ff.). Am 17. August 2006 hat die Stif­tung der Öffentlichkeit an­läss­lich einer Pressekonferenz eine um­fas­sende Studie über die Tierschutz-Straf­­praxis des Jah­res 2005 vorgestellt und rechtspolitische Postulate gestellt, die, wie in den Vorjah­ren, er­neut auf eine hohe Me­dien­re­so­nanz ge­stossen ist. 

9. Durch ihre vielfältigen praxisrelevanten Tätigkeiten, insbeson­dere durch den Aus­bau von Bib­­liothek (einschliesslich des Ar­chivs) und Datenbank der Schweizer Tier­schutzstraffälle so­wie dem Aufschalten der Rechtsauskünfte im Internet, konnte die Stif­tung ihre Stellung als eigentliches Kompetenzzentrum zum Tier im Recht im Be­richtsjahr weiter stärken. Von den ver­schiedenen – allesamt kostenlosen – Dienst­leistungen der Stiftung wird reger Ge­brauch gemacht. Dabei profitieren nicht nur Studierende, Vollzugsbehörden, PolitikerIn­nen und Tier­schutz­organisationen vom reichhaltigen Angebot, sondern zu­nehmend auch Me­dien­schaffende, die auf diese Weise für eine qualitativ gesteigerte Berichterstattung ge­won­nen werden können.

10. Die Erarbeitung der Unterrichtshilfe "Von Menschen, Tieren und Politik" samt entspre­chendem di­­daktischem Begleitmaterial fand im Oktober 2006 ihren Abschluss. In Form der beim Th. Gut-Ver­lag er­schienenen Broschüre und dem beim Scola-Verlag ver­öff­ent­lichtem Bei­heft wird Ju­gendlichen in Zürich und anderen Kantonen die Politik am Bei­spiel des Tierschutzes auf sehr att­raktive Weise näher gebracht. Vor dem Hin­tergrund der Entste­hung­sgeschichte des Kan­tonalzürcher Tierschutzgesetzes wird ge­zeigt, wie Lösun­gen aus­gehandelt und sachlich ver­tretbare Kom­promisse gefunden werden können. Der Unterrichtshilfe bei­ge­legt ist auch die TIER-CD-ROM der Stiftung, die dadurch eine noch grössere Verbreitung in Schulstuben fin­det.

Das Projekt ist massgeblich vom Lotteriefonds des Kantons Zü­rich und einzelnen Privaten und von Tierschutzorganisationen ge­tragen worden.

11. Wie in den Vorjahren ist die Stiftung auch im Berichtsjahr aktiv in der Öf­fentlich­keit auf­getre­ten, hauptsächlich im Zusammenhang mit man­gel­haf­tem Vollzug des straf­rechtlichen Tier­schut­zes an­hand der Daten­bank über die Tierstraffälle, der Problema­tik rund um gefährliche Hun­de, mit den an­steigenden Tierversuchen, der Vogel­grippe und mit an­de­ren Tierthemen.

2006 sind zahlreiche Artikel und Medienberichte unter Mitges­tal­tung der Stiftung er­schienen, so unter anderem:

  • 14.1.: Tele M1 und verschiedene Lokalfernsehstationen, Sen­dung "Tierisch" zum Thema "Wie vorgehen bei Tier­schutz­widrigkeiten", Teil 1;
  • 26.1.: Schweizer Familie, "Gesetz ohne Biss";
  • 3.2.: Tages-Anzeiger, "Denkpause im Kampf gegen Hunde";
  • 22.2.: Zürichsee-Zeitung, "Kein Plüschtier zum Knuddeln";
  • 2.3.: Beobachter 4/06, "Bürokollege auf vier Pfoten"
  • 28.4.: TV-Sendung "Arbeitsmarkt" von futura-TV zu "Der Hund am Arbeitsplatz – Worauf Ar­beitnehmer und –geber zu ach­ten haben";
  • 23.5. und 1.6.: NZZ und "carte blanche" im Facts zum The­ma Affenversuche;
  • 30.6.: sda-Meldung, "Besorgniserregender Anstieg von Tier­ver­suchen im Jahr 2005";
  • 27.7.: Zürichsee-Zeitung, "Anwalt mit tierischem Engage­ment";
  • 3. 8.: Schweizer Familie, "Kein Glück für den Glücksbringer";
  • 4.8.: Tages-Anzeiger, "Harter Kulturkampf um Tierversuche";
  • 22.8.: zahlreiche Zeitungen, Online-Dienste und Ra­dio­sta­tio­nen zum Thema "Tier­schutzstraftaten werden fast nur als Ba­gatelldelikte verfolgt";
  • 23.8.: Magazin Hunde Online, Interview zu "Hun­de­hal­ter­prü­fun­gen: Wie sinnvoll sind sie wirklich?";
  • 31.8.: L'Hebdo, "Pourquoi les chiens nous rendent-ils com­plè­tement fous?";
  • 22.9.: DRS 3, Radio-Sendung zum Thema "Spitzenmedizin für die Katz?";
  • 22.9.: Tele M1 und andere Lokalfernsehstationen, TV-Sen­dung "Tierisch" zum Thema "Wie vorgehen bei Tier­­schutz­wid­rig­kei­­ten", Teil 2;
  • <!--[if !vml]--><!--[endif]-->3.10.: Mittellandzeitung, "Zur von TIR mitgestalteten Schwei­gewanderung für Tiere";
  • 10.10.: "Der Arbeits­markt" Nr. 10/Oktober 2006, "Das Tier als Mitgeschöpf";
  • 14.11.:  Zeitschrift Jagd&Natur, Ausgabe 11/2006, "Einheitliches Hunderecht ver­langt";
  • 19.11.: NZZ am Sonn­tag, "Gehören gefährliche Raubkatzen in einen Zoo?";
  • 28.11.: "Kassensturz": Kauf von Tieren und Rechtsaus­künfte zum Tier im Recht, "Expertenchat" am SF DRS.

12. In nicht voraussehbarer Weise hat das Hunderecht die Stiftung im Berichtsjahr be­an­­sprucht. Aufgrund eines Vorfalls im Vor­jahr sah sich die Stiftung gezwungen, Mass­nahmen nicht bloss zum Schutz von Menschen, sondern auch von Tieren zu for­dern. Hierfür hat sie unter anderem sämtli­che kantonale Hun­derechte recher­chiert und in einer viel be­ach­teten Wei­se pub­likumswirksam online gestellt. Die Über­sicht über das kanto­nale Recht und die in­tensive Auseinandersetzung mit Hun­de­­recht in Deutschland und Österreich bildeten die Grund­lage für das Er­arbeiten eines umfangreichen Entwurfs für ein "Bundes­gesetz zum Schutz vor und von Hun­den". Dieser zielt auf eine bun­desweit ein­heitliche Lösung ab und ist – mit Unter­stützung der Vete­ri­när­ko­or­di­nation – bei der nationalrätlichen Kommis­sion und in den Medien auf positives Echo gestossen.

13. Im Berichtsjahr hat der Bundesrat die vollständig revidierte eid­ge­nössische Tier­schutz­­ver­ord­­nung in die Vernehmlassung ge­schickt. Zusammen mit anderen Or­ga­ni­sa­tionen hat sich die Stif­tung hierbei namhaft beteiligt und sich in diesem Rah­men ins­be­son­dere dem heiklen Teil über den Vollzug gewidmet. Aus­führ­li­che Stel­lung­nah­men hat die Stiftung daneben auch zum Entwurf der Hundegesetze der Kan­tone Zürich und Thurgau er­arbeitet.

14. Als klaren Verstoss gegen die verfassungsmässig geschützte Wür­de der Kreatur be­trachtet die Stiftung das Enthor­nen von Rind­vieh und andere operative Anpassun­gen des tierlichen Er­schei­nungsbilds an die Anforderungen der Landwirtschaft. Auch auf Anstoss von dritter Seite hat sie sich dem Thema im Rah­men eines ersten un­veröffentlichten Entwurfs zu recht­li­chen, rechtshistorischen und ethischen As­pekten des Enthor­nens gewidmet, eine breit angelegte Recherche durchgeführt und die Grundlagen für ein umspannendes Gut­ach­ten gelegt. Das Enthornen wird die Stif­tung auch 2007 stark beschäfti­gen.

15. Auch im Berichtsjahr stellte die Stiftung ihre Administration und ihr Fach­wis­­­sen dem Ver­ein Ko­­or­­dination Kanto­naler Tierschutz (Zü­rich) KKT, ei­ner Art Dachverband Zür­cher Tierschutzor­ga­­ni­sa­tio­nen, zur Verfügung. Auch setzte sie sich stark für hunde­recht­li­che Belange im Rah­men der ihr na­he stehenden Stiftung für das Wohl des Hun­des ein.

16. Zu weiteren tierschutzrechtlichen Tätigkeiten gehörte wiederum auch die Beratung von Ver­tre­te­­rin­nen und Ver­tre­tern der An­walts- und der Tierärzteschaft und von Ver­bänden in Fra­gen der Mensch-Tier-Be­zie­hung im Recht. In Ab­spra­che mit anderen Tier­schutz­organisationen nimmt die Stif­tung auf die par­lamentari­sche Tierschutz­grup­pe Einfluss und er­teilt Aus­künfte an Tier­schutz­organisa­tionen, an Medienschaf­fende, Pri­vate und Behör­den. Der Informations­aus­tausch mit zahlrei­chen gleich ge­sinn­ten Verbänden, Behörden und Fachleu­ten im In- und Aus­land wurde bewusst ge­pflegt.

17. 2006 wurde wiederum viel Zeit für die Betreuung von Gön­nerin­nen und Gönnern so­wie von un­terstützenden Stiftungen und Ver­einen aufgewendet. In Zusammenar­beit mit einer Fundrai­sing-Fachperson wurde zudem eine aussagekräftige Selbstana­lyse der Stiftung durchgeführt, wel­cher beim Umsetzen verschie­dener Massnahmen Rechnung getragen wird.

18. Erfreulicherweise ist die Stiftung auch im Berichts­jahr von zahlrei­chen Gönnerinnen und Gön­nern unterstützt worden und konnte zudem verschiedene Vermächtnisse und Unterstützungs­bei­träge entge­gennehmen. Der quartalsweise Versand und die Bear­beitung von Rundbriefen ha­ben sich als erfolg­reich, wenn zugleich auch als zeitinten­siv erwiesen. Es galt, Kar­tensujets aus­zusuchen, den aufwändigen Kalender 2006 mitzugestal­ten, Brieftexte zu erarbeiten und Ver­tragsverhandlungen mit einer neuen Mailinggesellschaft zu führen und zum erfolgreichen Ab­schluss zu bringen.

Die Eigenadministration der Stiftung (Jahresberichte, Protokoll, Korrespon­denz, Telefo­nate, Be­­sprechungen und Sitzung mit dem Stiftungsrat und Kontakte mit der Auf­sichtsbehörde) konn­te auch im Berichtsjahr in engen Grenzen gehalten werden. Auf diese Weise war es auch 2006 möglich, mehr Ressourcen ein­zusetzen, um den Stif­tungs­zweck unmittelbar zu erfüllen.


C. Finanzen

An Spenden, Legaten und Erbschaften sind im Jah­re 2006 CHF 322'076.96 (2005: CHF 1'271'576.20) eingegangen und an zweckgebundenen Unterstützungsbeiträgen CHF 198'113.78. Die Brutto-Erlöse aus Mailings haben CHF 424'866.05 (2005: CHF 579'742.99) betragen und die übri­gen Erlöse CHF 34'080.25 (2005: CHF 15'832.62). Dem­nach be­lie­f sich der Ertrag auf CHF 979'137.04 (2005: CHF 1'867'151.81).

Aufgewendet wurden im Berichtsjahr gesamthaft CHF 974'765.95 (2005: CHF 1'748'506.22), zusammengesetzt aus projektbezogenem Aufwand (CHF 634'293.52; 2005: CHF 970'039.01), Aufwand für Mailings (CHF 192'886.84; 2005: CHF 397'258.58; eine Differenz von CHF 104'642.40 betraf 2004), Aufwand für Mittelbeschaffung (CHF 6'265.45; 2005: CHF 89'994.70) und Büro- und Verwaltungsaufwand (CHF 141'321.14; 2005: CHF: 186'571.53).

Das Ergebnis vor Finanzerfolg belief sich auf CHF 4'371.09 (im Ver­gleich zum Vorjahr 2005: CHF 118'645.59), und un­ter Be­rück­sichtigung von Finanzer­trag und –aufwand belief sich der Er­tragsüber­schuss der Stiftungsrechnung auf CHF 3'058.15 (2005: CHF 116'079.99).

Die Bilanzsumme per 31.12.2006 betrug CHF 354'301.91 (2005: CHF 338'104.08). Die Akti­ven setzten sich aus einem Um­laufvermögen von CHF 343'171.53 (2005: CHF 327'019.73) und einem Anlage­ver­mö­gen von CHF 11'130.38 (2005: CHF 11'084.35) zu­sammen. Dem standen ein Fremd­ka­pi­tal von total CHF 37'558.50 (2005: CHF 78'314.60) ge­gen­über, zweckgebundene Fonds in Höhe von CHF 53'895.78 und ein Stiftungskapital von CHF 50'000. Unter Berücksichti­gung des Bilanzgewinns am 1. Januar 2006 von CHF 209'789.48 (2005: CHF 93'709.49), dem Ertragsüberschuss Stiftungsrechnung von CHF 3'058.15 (2005: CHF 116'079.99) und einem Bilanzgewinn am 31. Dezember 2006 von CHF 212'847.63 (2005: CHF 209'789.48) belief sich das Eigenka­pital auf CHF 262'847.63 (2005: CHF 259'789.48).

Entschädigungen und Kosten für den Stiftungsrat sind keine ent­standen.   

Für Einzelheiten sei auf den ausführlichen Anhang zur Jahres­rechnung verwiesen mit einer de­­­taillierten Aufstellung über die projektbezogenen Aufwendungen nach Projekt und nach An­­teil Personalaufwand Festangestellte, Dritthonorare und übrigen Aufwendungen und mit der Aufschlüsselung des Verwaltungs­aufwands.

Als Revisionsstelle hat die Argo Consilium AG die Buchführung und die Jahresrechung (Bi­lanz, Stiftungsrechnung und Anhang) der Stiftung für das Tier im Recht geprüft. In ihrem Be­richt vom 25. Mai 2007 bestätigt sie, dass Buchführung und Jahres­rechnung dem schwei­ze­rischen Gesetz und den Statuten ent­sprechen. Sie empfiehlt, die Jahresrechnung mit ei­nem Bilanz­gewinn von CHF 212'847.63 zu genehmigen.

Herzlich verdankt werden an dieser Stelle ganz besonders fol­gende Privatpersonen und In­sti­­tutio­nen für ihre grosszügige Unterstützung der Stiftung für das Tier im Recht im Jahre 2006:

  • Bank Sarasin & Cie AG
  • Anda-Bührle Hortense
  • Bühler-Jakhar Silvia
  • Fratini Raniero
  • Fretz Jürg
  • Frey-Kündig Hans-Jörg
  • Hofmann Alfred, sel.
  • Limburg-Graffunder Rolf
  • Müller Julia Ida, sel.
  • Naef Christine
  • Old English Mastiff Club
  • Porchet Susanne
  • Porten Maria Dr.
  • Reichmuth Gaby
  • Richterich Partner AG
  • Schorr Natalie
  • Stauber Gottlob, sel.
  • Stiftung für das Wohl des Hundes
  • Stiftung Pan Pro Animale et Natura
  • Stiftung Vetter Erben
  • Thüring Theo
  • Vermächtnis "Tante Nelli"
  • Voorgang Margaret
  • Wagen Gerhard
  • Weber Werner
  • Will-Heise Ingeborg
  • Wormser Helen
  • Wursdorfer Ute,

und weitere Gönnerinnen und Gönner, die ungenannt bleiben möchten.

Im Weiteren sind von folgenden Organisationen, Stiftungen so­wie Privatpersonen pro­jekt­be­zo­­gene Unterstützungsbeiträge im Berichtsjahr eingegangen, die wir herzlich ver­danken:

  • Anna Maria und Karl Kramer Stiftung
  • Badische Bibliotheksgesellschaft
  • Corvus Stiftung
  • Familien Vontobel Stiftung
  • Stiftung Fonds für versuchstierfreie Forschung
  • Guhl Stiftung
  • Jacques en Dolly Gazan Stiftung
  • Malou-Stiftung Zürich
  • Privat Asset Partner (P.A.P.'s)
  • Stiefel Roland
  • Tierhilfe Stiftung
  • Verein Koordination Kantonaler Tierschutz (KKT) Zürich
  • Vier Pfoten Stiftung
  • Wackernagel Oliver Dr.
  • Zürcher Tierschutz.


D. Ausblick

Für das Jahr 2007 ist wiederum die Vorbereitung und/oder Rea­lisierung verschiede­ner be­deu­­tender Projekte geplant. So wird die Stiftung beispielsweise die umfas­senden Arbei­ten für einen Praxiskommentar zum voraussichtlich 2008 in Kraft tre­tenden neuen Tier­schutz­recht aufnehmen und eine umfas­sende Studie über die Vereinbarkeit des Enthor­nens von Rin­dern und anderen operativen Eingriffen in das tierliche Er­schei­nungsbild mit der Würde der Kreatur ausarbeiten. Die Bib­lio­thek wird um die erworbenen Bestände des AET massiv er­wei­tert werden, was insbeson­dere in technischer und elekt­ro­nischer Hinsicht grosse Auf­wän­de verursachen wird. Für 2007 ist ausserdem auch die Aufnahme der ge­samten Stif­tungs­bibliothek in den führenden Bibliotheksverbund NEBIS ge­plant. Ebenfalls ausgebaut wird die Da­tenbank der Tier­schutz­straffälle, wobei die Stiftung im Frühjahr 2007 wie­de­rum einen ausführlichen auswertenden Bericht über die Praxis des Vorjahres veröf­fentlichen wird. Zudem sind auch für 2007 ver­schiedene Referate so­wie Aus- und Wei­ter­bil­dungs­ver­an­stal­tungen im In- und Ausland geplant. Den diesbezügli­chen Hö­hepunkt wird der IAHAIO-Welt­kon­gress im Oktober in Tokio dar­stellen, an dem die Stiftung sowohl mit ei­nem Haupt­vor­trag als auch mit einer Special Session mit ihrer breit ange­legten in­ter­natio­nalen rechts­ver­gleichenden Studie zum Thema "Ani­mals in the Law – a Global Perspective" vertreten sein wird. Neben all den genannten inhaltlichen Aktivitäten wird 2007 das Au­gen­merk auf eine weitere Professionalisie­rung der Mit­tel­be­schaf­fung zu legen sein.

STIFTUNG FÜR DAS TIER IM RECHT
Antoine F. Goetschel, Geschäfts­leiter

 
Weitere Informationen:
» Broschüre Jahresbericht 2006 (PDF)
» Broschüre Jahresbericht 2005 (PDF)
» Broschüre Jahresbericht 2004 (PDF)
» Broschüre Jahresbericht 2003 (PDF)
» Broschüre Jahresbericht 2002 (PDF)
» Jahresbericht 2001 (PDF)
» Jahresberichte 2000 und 1999 (PDF)
» Jahresbericht 1998 (PDF)
» Jahresbericht 1997 (PDF)
 
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