TIR empfiehlt ein JA zur Ernährungsinitiative
Am 27. September 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Volksinitiative "Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser" ab. Die Ernährungsinitiative will die Ernährungssicherheit der Schweiz stärken, die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten reduzieren und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen schützen. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) unterstützt die Initiative und empfiehlt ein JA.
14.09.2026
Aus Sicht der TIR ist die stärkere Ausrichtung auf pflanzliche Lebensmittel zu begrüssen. Rund 60 Prozent der Ackerflächen werden heute für den Anbau von Futtermittel genutzt. Werden diese Flächen stattdessen für Lebensmittel und damit für den direkten menschlichen Konsum eingesetzt, können mehr Menschen ernährt und die vorhandenen Ressourcen effizienter verwendet werden.
Dies ist auch aus Sicht des Tierschutzes von Bedeutung. Die Schweizer Landwirtschaft legt den Fokus heute stark auf die Erzeugung tierischer Produkte. Allein 2023 wurden in der Schweiz mehr als 83 Millionen Nutztiere geschlachtet. Die Initiative will dieses Ungleichgewicht korrigieren und die Produktion und den Konsum pflanzlicher Lebensmittel stärker fördern, ohne eine bestimmte Ernährungsweise vorzuschreiben.
Gleichzeitig setzt die Initiative bei den ökologischen Grundlagen der Landwirtschaft an. Übermässiger Einsatz von Dünger und Pestiziden sowie die daraus resultierende Belastung von Böden und Gewässern gefährden die langfristige Produktionsfähigkeit der Landwirtschaft. Auch die Nutztierhaltung trägt durch ihre hohen Ammoniakemissionen, den entstehenden Mist sowie die Gülle zur Umweltbelastung bei. Die Initiative verlangt deshalb unter anderem, die bestehenden Höchstwerte für Dünger zwingend einzuhalten und die Bodenfruchtbarkeit sowie die Biodiversität zu sichern.
Die TIR empfiehlt deshalb am 27. September 2026 ein JA zur Initiative für eine sichere Ernährung. Unser Konsum darf nicht zu Lasten der Tiere und unserer natürlichen Lebensgrundlagen gehen. Vielmehr braucht es eine Landwirtschaft, die Ressourcen verantwortungsvoll nutzt, die Abhängigkeit von Importen reduziert und den Anteil pflanzlicher Lebensmittel erhöht – zum Wohl von Mensch, Tier und Umwelt.