Grannen, Prozessionsspinner oder Blaualgen – der Sommer birgt einige Gefahren für Hunde
15.07.2026
Das Gefährliche an den Raupen sind ihre Brennhaare, die mit Widerhaken ausgestattet sind und ein Nesselgift enthalten. Berührungen können starken Juckreiz, Hautreaktionen, Fieber, Erbrechen, Augenreizungen, Atembeschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen auslösen. Für Hunde sind die Raupen besonders gefährlich – sowohl das Ablecken des Fells als auch der direkte Kontakt mit Nase oder Zunge kann zu starken Schwellungen im Kopfbereich und schweren Gewebeschäden an der Zunge führen.
Kommt ein Hund mit einer Raupe in Berührung, muss er schnellstmöglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Als Erstmassnahme sollte das Maul vorsichtig mit Wasser gespült werden, sodass dieses herausfliesst und nicht verschluckt wird. Die betroffenen Stellen dürfen nicht gerieben werden.
Die kuppel- oder tropfenförmigen Nester befinden sich an Stämmen und Ästen, sind zunächst weiss und verfärben sich später braun. Die Raupen selbst verändern ihr Aussehen je nach Entwicklungsstadium: Erst sind sie bräunlich mit dunklem Kopf, dann grau und später erkennt man sie an ihrem markanten dunklen Streifen auf dem Rücken, weisslichen Linien auf der Seite und dichten, feine, weissen bis hellbraunen Haaren.
Um gar nicht erst auf die Raupen zu treffen, sollte auf Spaziergänge in Gebieten mit vielen Eichen verzichtet werden. Zudem ist zu befallenen Bäumen ein grosser Abstand einzuhalten. Hunde sollten weder Nester beschnuppern noch daran lecken und im Zweifelsfall an die kurze Leine genommen werden.
Gelangt eine Granne in die Nase, kann sie weiterwandern und schmerzhafte Entzündungen, Abszesse und Verletzungen verursachen. Typische Anzeichen sind plötzlich einsetzendes, heftiges Niesen, Nasenausfluss, wiederholte Niesanfälle, Reiben der Nase mit den Pfoten, Schmerzen oder Unruhe. Bei Verdacht auf eine Granne sollte der Hund zeitnah tierärztlich untersucht werden. Ganz verhindern lässt sich der Kontakt mit Grannen zwar nicht, das Risiko kann jedoch deutlich reduziert werden, indem trockene Wiesen mit hohem Gras zwischen Juni und September gemieden werden.
Hundehaltende begeben sich an Sommertagen häufig ans Gewässer. Doch dies ist ebenfalls nicht ungefährlich. Der Grund hierfür liegt bei den Blaualgen. Dabei handelt es sich nicht um eigentliche Algen, sondern vielmehr um Cyanobakterien, die unter bestimmten Bedingungen giftige Stoffe produzieren können.
Blaualgen treten in Form von grünlichen, blaugrünlichen oder bräunlichen Verfärbungen, Schlieren, Teppichen oder Flocken auf der Wasseroberfläche auf. Auch klares Wasser kann betroffen sein, da die Bakterien nicht immer sichtbar sind. Besonders häufig vermehren sie sich in stehenden oder langsam fliessenden Gewässern wie Seen, Weihern oder Teichen.
Gefährlich wird es für Hunde vor allem beim Schwimmen oder Trinken sowie beim Ablecken des Fells nach dem Baden. Eine Vergiftung kann rasch zu Erbrechen, Durchfall, starkem Speichelfluss, Atemproblemen, Krämpfen oder neurologischen Beschwerden führen, was in schweren Fällen für das Tier zur Lebensgefahr wird. Zeigt ein Hund nach dem Aufenthalt an einem Gewässer entsprechende Symptome, ist unverzüglich eine Tierarztpraxis aufzusuchen. Um entsprechende Vorfälle zu vermeiden, sollte ein Hund bei sichtbaren Algenansammlungen, Verfärbungen oder Warnhinweisen auf das Baden und Wassertrinken verzichten.