Milchüberschuss in der Schweiz: Wie die muttergebundene Kälberaufzucht Teil der Lösung sein kann
In der Schweiz wird derzeit mehr Kuhmilch produziert, als der Markt aufnehmen kann. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Monaten grosse Mengen davon entsorgt oder zu tiefen Preisen exportiert. Gleichzeitig werden Kälber in der konventionellen Milchwirtschaft routinemässig direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt, sodass mehr Milch für den menschlichen Genuss produziert werden kann. Um den Milchmarkt zu entlasten und gleichzeitig das Tierwohl auf den Betrieben zu verbessern, schlagen die Stiftung für das Tier im Recht (TIR), die Fachstelle-MUKA, der Verein Cowpassion und die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN eine gezielte Förderung der muttergebundenen Kälberaufzucht (MuKa) vor.
17.02.2026
In der konventionellen Milchproduktion werden die Kälber ihren Müttern routinemässig unmittelbar nach der Geburt weggenommen, damit möglichst viel Milch für den Verkauf gewonnen werden kann. Um dieser offensichtlichen Tierschutzproblematik entgegenzuwirken und gleichzeitig die Überproduktion zu entschärfen, plädieren die Stiftung für das Tier im Recht (TIR), die Fachstelle MUKA, der Verein Cowpassion und die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in ihrer gemeinsamen Medienmitteilung für eine vermehrte Förderung der muttergebundenen Kälberaufzucht (MuKa) vor. Die MuKa ist eine Haltungsform, bei der Kälber mehrere Monate bei ihrer Mutter bleiben und direkt am Euter trinken dürfen. Die Kuh wird weiterhin gemolken, ein Teil der Milch steht jedoch dem Kalb zur Verfügung. Diese Form stärkt das Tierwohl und reduziert den Bedarf an Antibiotika bei den Kälbern. Gleichzeitig wird weniger Milch verkauft – ein Effekt, der bei fairer Preisgestaltung sowohl dem Milchmarkt als auch den Betrieben zugutekommt.
Gerade jetzt, wo Milch entsorgt wird und Produzierende unter massivem Preisdruck stehen, sollten Landwirtschaft, Politik und Branche die muttergebundene Kälberaufzucht als Teil der Lösung ernsthaft prüfen. MuKa ist gut für die Kälber, entlastet den Milchmarkt und kann bäuerlichen Betrieben eine nachhaltigere Perspektive bieten.