Erweiterung der TIR-Datenbank um das Fallmaterial 2009
Seit 2003 hat die TIR eine Datenbank mit sämtlichen dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) gemeldeten Schweizer Tierschutzstrafentscheiden aufgebaut. Die mittlerweile rund 6500 Schweizer Tierschutzstraffälle aus den Jahren 1982 bis 2008 sind auf den Websites www.tierimrecht.org und www.tierschutz.org in anonymisierter Form für jedermann unentgeltlich abrufbar. 2010 soll die Datenbank durch das Fallmaterial (d.h. rund 700 bis 800 neue Tierschutzentscheidungen) des Jahres 2009 erweitert werden. Geplant ist ausserdem, der Öffentlichkeit im Herbst 2010 wie jedes Jahr einen ausführlichen Bericht über die Entwicklungen und Tendenzen der Schweizer Tierschutzstrafpraxis 2009 vorzulegen. Erfahrungsgemäss erreicht die TIR mit ihren profunden Jahresanalysen über die Medien eine breite Öffentlichkeit, womit auf die für die Strafverfolgung zuständigen Instanzen ein erheblicher Druck aufgebaut werden kann. Die Zahlen der letzten Jahre belegen, dass zumindest quantitativ deutlich mehr Strafverfahren wegen Tierschutzdelikten eingeleitet und durchgeführt werden. Um die Praxis auch qualitativ zu verschärfen, ist jedoch weitere Aufklärungsarbeit notwendig. Nach den Erfahrungen der TIR hat die Fallsammlung bereits stark zur erhöhten Transparenz und Aufmerksamkeit des teilweise stark verbesserungs- bedürftigen Vollzugs des strafrechtlichen Tierschutzes beigetragen. Die Tierschutzstraffälle-Datenbank der TIR bildet ausserdem ein anerkanntes Hilfsinstrument für die Praxis. Sie wird von Gerichten, Polizeiorganen und Tierschutzorganisationen rege benutzt, hat vereinzelt bereits Eingang in die Rechtsprechung gefunden und ist in aktuellen Fällen von breitem Medieninteresse. Privatpersonen sowie Tierschutz- und tiernahe Organisationen sind mit der Datenbank ausserdem in der Lage, präzisere und Erfolg versprechende Strafanzeigen einzureichen.