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Tierschutzstrafpraxis 2014: TIR-Analyse zeigt massive kantonale Vollzugsunterschiede und legt den Schwerpunkt auf an Pferden begangene Tierschutzverstösse

26.11.2015
 
Im Rahmen einer Medienkonferenz hat die TIR heute ihre umfassende Analyse der Schweizer Tierschutzstrafpraxis 2014 präsentiert. Mit 1709 Tierschutzstraf-verfahren wurde ein absoluter Höchstwert verzeichnet. Landesweit hat sich die Fallzahl in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht, in den letzten 15 Jahren sogar verfünffacht. Insgesamt werden Tierquälereien heute also nachweislich konsequenter verfolgt als früher. Aber noch immer wird die Verfolgung von Tierquälern kantonal sehr unterschiedlich gehandhabt und vielerorts fehlt es an einem konsequenten Strafvollzug. Im Fokus der diesjährigen Untersuchung steht zudem die Strafpraxis bei an Pferden begangenen Tierschutzdelikten.

Die TIR-Studie der Schweizer Tierschutzstrafpraxis 2014 birgt erneut brisante Erkenntnisse. Mit 1709 Tierschutzstrafverfahren wurde ein absoluter Höchstwert erzielt. Landesweit hat sich die Fallzahl in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht, in den letzten 15 Jahren sogar verfünffacht.

Ein Fünftel des gesamten Fallmaterials 2014 stammt aus dem Kanton Zürich (337). Hohe Fallzahlen vorweisen können zudem auch die Kantone St. Gallen (245) und Bern (218). Diese Vorzeigeresultate dürften in erster Linie auf die in den entsprechenden Kantonen speziell geschaffenen verfahrensrechtlichen Strukturen zur konsequenten Ahndung von Tierschutzdelikten zurückzuführen sein. So verfügt das Zürcher Veterinäramt über eine eigenständige Rechtsmittellegitimation in Tierschutzstrafverfahren und wird zudem durch die Sicherheitspolizei-Spezialabteilung Tier-/Umweltschutz der Kantonspolizei Zürich unterstützt. Im Kanton Bern existiert eine spezielle Fachstelle für Tierdelikte bei der Kantonspolizei; ausserdem hat der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen Parteirechte in Tierschutzstrafverfahren. Im Kanton St. Gallen ist ein spezialisierter Staatsanwalt vollamtlich für die Verfolgung von Tierschutzverstössen zuständig.

Ebenfalls positiv zu bewerten ist die Entwicklung im Kanton Waadt, der mit 161 geführten Straf-verfahren eine Steigerung um 45 % vorweisen kann. Zudem handelt es sich in nur drei Fällen um Einstellungs-, Nichteintretens- oder Sistierungsverfügungen, womit hier eine Verurteilungsquote von 98.1 % vorliegt. Beeindruckend ist schliesslich der Anstieg der Fallzahlen im Kanton Neuenburg, der sich im Berichtsjahr mit 56 Strafverfahren gegenüber drei Fällen im Vorjahr um 1766.7 % gesteigert hat. Konstante Zunahmen verzeichnen auch die Kantone Tessin und Basel-Stadt, in denen die Zahl der Entscheide von 40 auf 56 bzw. von 30 auf 44 angestiegen ist.
 
In anderen Kantonen werden Tierschutzdelikte hingegen nach wie vor kaum verfolgt und bestraft. Sehr tiefe Fallzahlen liegen aus Nidwalden (6), Genf (7), Appenzell Innerrhoden (8) und Uri (9) vor. Erfreulich ist jedoch zumindest, dass nun bereits im fünften Jahr in Folge kein einziger "Nuller-Kanton" zu verzeichnen ist.

Die Analyse der für Tierschutzverstösse ausgesprochenen Bussen und Geld- bzw. Freiheitsstrafen zeigt, dass die zuständigen Behörden den gesetzlichen Strafrahmen bei Weitem nicht ausschöpfen. So liegen die Bussen im Mittel bei 300 Franken, die – noch dazu meist bedingt ausgesprochenen – Geldstrafen bei 20 Tagessätzen. Dadurch werden Tierschutzverstösse noch immer bagatellisiert. Die höchsten Bussen verhängt hat der Kanton Aargau mit einem Mittelwert von 500 Franken, gefolgt von den Kantonen Zürich, Schwyz und Thurgau mit jeweils 400 Franken. Besonders tief waren die mittleren Bussen 2014 im Kanton Tessin mit 150 Franken und im Kanton Basel-Stadt mit 200 Franken.

Ein besonderes Augenmerk legt die TIR bei ihrer diesjährigen Studie auf die an Pferden begangenen Tierschutzverstösse sowie auf die rechtliche Erfassung der Pferdehaltung. Dabei zeigt sich, dass die tierschutzrechtlichen Bestimmungen zum Umgang mit Pferden den Bewegungs- und sozialen Bedürfnissen der Tiere vielfach nicht angemessen Rechnung tragen. Da die Haltung von und der Umgang mit Pferden sehr anspruchsvoll ist und die meisten tierschutzwidrigen Verhaltensweisen gegenüber Pferden auf mangelnden Fachkenntnissen beruhen, wäre zudem eine Verschärfung der Ausbildungsvorschriften wünschenswert.

Trotz der schätzungsweise rund 150'000 Personen, die in der Schweiz Pferdesport ausüben, zeigt die Analyse des strafrechtlichen Vollzugs der Tierschutzbestimmungen, dass es kaum je zu Verurteilungen wegen Tierschutzverstössen im Pferdesport kommt. Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich sehr hoch ist. Auffällig ist beim Blick auf das Fallmaterial zudem der hohe Anteil an zoophilen (sexuellen) Handlungen bei an Pferden begangenen Tierquälereien. So betrifft fast jedes zehnte Verfahren, das wegen einer an einem Pferd verübten Tierquälerei geführt wird, einen zoophilen Übergriff. Entsprechend stellen Pferde (nach rinderartigen) gemäss der TIR-Datenbank die am zweithäufigsten von zoophilen Handlungen betroffene Tierart dar.

Vielerorts besteht im Tierschutzstrafvollzug noch immer dringender Handlungsbedarf. Es ist völlig inakzeptabel, dass gewisse Kantone verbindliches Gesetzesrecht fast schon systematisch ignorieren und Tierquälereien nicht konsequent verfolgen und bestrafen. In einem Forderungskatalog hat die TIR die neun wichtigsten Postulate für eine wirksame Strafpraxis im Tierschutzrecht aufgelistet.


Weitere Informationen:
» Schweizer Tierschutzstrafpraxis 2014 (71-seitiger Bericht)
» Zusammenfassung
» Medienmitteilung vom 26. November 2015
» Medienunterlagen
» Präsentation Medienkonferenz vom 26. November 2015

Medienecho Printmedien:
» NZZ am Sonntag vom 7. Dezember 2015: Speziesismus: Wahlrecht für Katzen!
» Sonntagszeitung vom 29. November 2015: Und kein Hahn kräht danach
» Tages-Anzeiger vom 27. November 2015: Das Wildschweinmassaker
» NZZ vom 27. November 2015: Tierschutz: Das Leiden in der Pferdebox
» Neue Luzerner Zeitung vom 27. November 2015: "Die Dunkelziffer ist sehr hoch"
» 20 Minuten vom 27. November 2015: "Pferde sind ein beliebtes Objekt für Zoophilie"
» Limmattaler Zeitung vom 27. November 2015: Viele Fälle, die eigentlich gar keine sind

Medienecho Onlinemedien:
» watson.ch vom 1. Dezember 2015: Immer mehr Schweizer vögeln Pferde - wie ein Gerücht um die Welt geht
» Blick.ch vom 1. Dezember 2015:Was hat «Tier im Recht» da angerichtet? Die Welt wiehert über Schweizer Pferde-Sex
» The Indian Republic.com vom 30. November 2015: Cases Of People Having Sex With Horses Up In Switzerland
» barstools sports.com vom 30. November 2015: It Would Be Great If The People Of Switzerland Could Stop Banging Their Horses
» Financial Spots.com vom 29. November 2015: Number of people having sex with horses on the rise in Switzerland
» The Oracle Herald News Source vom 29. November 2015: Number of people having sex with horses on the rise in Switzerland
» Business Standard News vom 29. November 2015: Seems the Swiss love their horses rather too well
» The Herald Voice Daily News vom 29. November 2015: The number of people having sex with horses on the rise in Switzerland
» The Zimbabwe Mail vom 28. November 2015: Number of people having sex with horses on the rise in Switzerland
» ibtimes.com.au vom 28. November 2015: 10,000 people in Switzerland predisposed to zoophilia, cases of humans having sex with horses on the rise
» Daily Mail Online vom 28. November 2015: Switzerland animal rights workers fear as sex attacks on horses rise
» The Telegraph Times vom 28. November 2015: People having sex with horses is on the rise in Switzerland
» The Local vom 27. November 2015: Zoophile abuse of horses decried by legal group
» The Independent vom 30. November 2015: Fears over increase in horse sex abuse in Switzerland
» New York Post vom 27. November 2015: People having sex with horses is on the rise in Switzerland
» Kavallo vom 27. November 2015: Ausbildungspflicht für Pferdehalter gefordert
» bazonline.ch vom 27. November 2015: Das Wildschweinmassaker
» Der Landbote vom 27. November 2015: Viele Tierschutzfälle, die eigentlich gar keine sind
» 20 Minuten.ch vom 26. November 2015: Pferde sind ein beliebtes Objekt für Zoophilie
» Le Matin.ch vom 26. November 2015: La maltraitance envers des animaux bat des records
» L'Hebdo.ch vom 26. November 2015: Nouveau record de poursuites pour maltraitance envers les animaux
» romandie.com vom 26. November 2015: Nouveau record de poursuites pour maltraitance envers les animaux
» RSI.ch vom 26. November 2015: Animali, troppi maltrattati
» toponline.ch vom 26. November 2015: Mehr Tierschutz-Delikte in der Schweiz verfolgt
» 24heures.ch vom 26. November 2015: La maltraitance envers des animaux bat des records
» La Liberté vom 26. November 2015: La maltraitance envers les animaux augmente
» schweizerbauer.ch vom 26. November 2015: Mehr Tierschutz-Strafverfahren gemeldet
» SWI swissinfo.ch vom 26. November 2015: Nuovo record procedimenti per maltrattamenti su animali, TIR
» Tierwelt.ch vom 26. November 2015: Mehr Tierschutzdelikte untersucht als je zuvor
» news.ch vom 26. November 2015: Erneut massive kantonale Unterschiede bei der Verfolgung von Tierquälereien
» Schweizer Landwirtschaft vom 26. November 2015: Neuer Höchstwert bei Tierschutz-Strafverfahren
» Aargauer Zeitung vom 26. November 2015: Pferde und Hunde sind das Lieblingsobjekt von Zoophilen
» tagesanzeiger.ch vom 26. November 2015: Das Wildschweinmassaker
» nzz.ch vom 26. November 2015: Tierschutz: Das Leiden in der Pferdebox
» Ticinonews vom 26. November 2015: Nuovo record procedimenti per maltrattamenti su animali, TIR
» tio.ch vom 26. November 2015: "Numerosi cavalli abusati sessualmente"
» tdg.ch vom 26. November 2015: La maltraitance envers des animaux bat des records

Medienecho TV & Radio:
» Radio Top vom 26. November 2015: Interview mit Nora Flückiger
» Radio 24 vom 26. November 2015: Ungenügender Tierschutz bei Pferden und Interview mit Andreas Rüttimann
» Tele Top vom 26. November 2015: Bericht und Interview mit Nora Flückiger (ab Min. 6:23)
» Radio Argovia vom 26. November 2015: Bericht und Interviews
 
 
 

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