Als Nutztiere werden jene Tiere bezeichnet, von denen der Mensch in seinem eigenen Interesse das Erbringen einer bestimmten, nicht ideellen Leistung erwartet. Der Einsatzbereich von Nutztieren ist sehr weit; so werden sie etwa als Jagdhelfer, Reit-, Zucht- und Schutztiere (Blinden-, Lawinen-, Wachhunde etc.) oder auch in der Bekleidungsindustrie gebraucht. Hauptsächliche Verwendung finden Nutztiere jedoch in der Agrarwirtschaft, in der sie sowohl als Arbeitshilfen eingesetzt werden als auch vor allem der Nahrungsmittelproduktion – namentlich der Herstellung von Milch, Fleisch und Eiern – dienen. Die klassischen Nutztiere der schweizerischen Landwirtschaft sind Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Pferde und Geflügel. Daneben werden aber auch Fische und Honigbienen sowie – in der Hoffnung auf eine lukrative Nischenproduktion – zunehmend auch Wildtiere wie etwa Hirsche und exotische Arten wie Lamas, Alpakas, Hochlandrinder, Bisons, Strausse, Kamele und Antilopen als Nutztiere verwendet.
Unter tierschützerischen Gesichtspunkten kommt dem Umgang mit Nutztieren in verschiedener Hinsicht erhebliche Relevanz zu. Zahlreiche Konfliktbereiche zwischen Wirtschaftlichkeit und Tierschutz ergeben sich dabei durch die industrialisierte Intensivhaltung mit grossen Tierbeständen in räumlich stark begrenzten Haltungssystemen. Durch entsprechende Zucht, Haltungs- und Produktionsmethoden erreichte Leistungssteigerungen lassen das Einzeltier und seine Bedürfnisse in den Hintergrund treten. Als problematisch erweist sich zudem die Haltung nicht domestizierter Wildtiere oder exotischer und unseren klimatischen und räumlichen Bedingungen nicht angepasster Nutztiere.