| Sehr geehrte Damen und
Herren,
liebe Freundinnen und
Freunde der Stiftung für das Tier im Recht (TIR),
im heutigen
Friendsmail dürfen wir Ihnen gleich eine ganze Reihe wichtiger und – zumindest
teilweise – sehr erfreulicher Ereignisse bekannt geben.
Im Rahmen einer
Medienkonferenz [Achtung: heute Abend bitte Tele Züri, Tele M1 und Tele Top
schauen und morgen die Schweizer Tagespresse beachten!!!] hat die TIR der
Presse heute ihre jährliche Auswertung der Schweizer Tierschutzstrafpraxis
vorgestellt und dabei verschiedene brisante Erkenntnisse präsentiert. Die
Entwicklungen im Vollzug des Tierschutzstrafrechts im Jahre 2006 sind
zwiespältig. Zwar wurden gesamtschweizerisch so viele Strafverfahren wegen
Tierschutzdelikten gemeldet wie nie zuvor, doch sind die ausgesprochenen
Durchschnittsbussen insgesamt erneut gesunken und liegen noch immer erhebliche
Unterschiede im kantonalen Vollzug vor. Eine weitere alarmierende Tatsache
bedeutet die massive Zunahme von Straftaten an Hunden, die 2006 einen absoluten
Höchstwert erreicht haben. Mit 203 Fällen waren Hunde fast gleich häufig Opfer
von Tierschutzdelikten wie alle Nutztiere zusammen (222). Bei der Ursache
dieser Entwicklung fragt sich, ob Tierquälereien durch die zunehmend
hundefeindlichen Tendenzen in der Bevölkerung und die teilweise polemische Medienberichterstattung
über gefährliche Hunde geschürt werden. Vor dem Hintergrund dieser und vieler
weiterer dokumentierter Missstände fordert die TIR eine massive Verschärfung
der Strafpraxis. Eine Kurzmeldung über die präsentierten Erkenntnisse finden
Sie hier, die
ausführliche 62seitige Studie zudem hier.
Ebenfalls an der
heutigen Medienkonferenz wurde der bisherige TIR-Geschäftsleiter Antoine F.
Goetschel der Presse offiziell als neuer "Rechtsanwalt für Tierschutz in
Strafsachen (Tieranwalt) des Kantons Zürich" vorgestellt, nachdem er Ende
September auf Vorschlag der Tierschutzorganisationen vom Zürcher Regierungsrat
in dieses Amt gewählt worden war (wir haben im letzten Friendsmail bereits von
diesem höchst erfreulichen Umstand berichtet). In seinem "Amtsprogramm" [Link zu
Dokument Schwerpunkte und Ziele] hat Antoine F. Goetschel
bekräftigt, auf einen möglichst zielorientierten und
reibungslosen Strafrechtsvollzug im Tierschutz hinwirken zu wollen und sich
nach Kräften dafür einzusetzen, dass Tierquäler – ähnlich wie Raser im
Strassenverkehrsrecht – hart und konsequent zur Verurteilung gebracht werden. Wir
sind überzeugt, dass Antoine F. Goetschel sein neues Amt mit ebenso viel
Engagement, Idealismus und Hartnäckigkeit ausüben wird, wie er dies stets für
die TIR getan hat, und wünschen ihm dafür noch einmal von Herzen viel Erfolg
und "Biss"!
Mit seinem Amtsantritt am 1. November 2007 gibt
Antoine F. Goetschel die Geschäftsleitung der TIR nach zwölf sehr erfolgreichen
Jahren ab. Seine Nachfolge tritt Gieri Bolliger an, der in der
"Tierschutzszene" und den Freundinnen und Freunden der TIR als
langjähriger rechtswissenschaftlicher Mitarbeiter bereits bestens bekannt ist.
Gieri Bolliger ist ebenfalls Rechtsanwalt und hat sich mit seiner
ausgezeichneten Dissertation über "Europäisches Tierschutzrecht" weit
über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Seit 2000 hat er als Autor
oder Co-Autor verschiedene Publikationen (Bücher, Gutachten, Fachartikel) zu
juristischen und ethischen Aspekten der Mensch-Tier-Beziehung veröffentlicht
und referiert regelmässig auf Kongressen und Tagungen im In- und Ausland.
Ausserdem ist er Mitglied und Tierschutzdelegierter der
Tierversuchskommission des Kantons Zürich und hat Lehraufträge für Tierschutzrecht
an der Universität Zürich und der Hochschule für Wirtschaft in Luzern. Schon
heute ist er mit den Geschäften der TIR bestens vertraut und hat bei zahllosen
Anlässen und gemeinsamen Veröffentlichungen seine Fachkompetenz, seinen
Weitblick, sein Verhandlungsgespür und nicht zuletzt seinen Humor unter Beweis
gestellt. Die Geschicke der TIR sind bei Gieri Bolliger damit in die besten
Hände gelegt – und das ganze Team wünscht ihm in seiner neuen Funktion viel
Optimismus, Durchschlagskraft und Erfolg!
Last but not least
dürfen wir auch noch von einem internationalen Highlight in unseren Bemühungen
für eine laufende Verbesserung der Rechtsstellung der Tiere berichten: Vom 5.
bis 8. Oktober 2007 durften Antoine F. Goetschel und Gieri Bolliger die TIR am 11.
Weltkongress der International Association of Human-Animal Interaction
Organization (IAHAIO) in Tokio vertreten. Der vom Prinzen Akishino (Fumihito)
feierlich eröffnete Kongress stiess auf ein sehr grosses Medieninteresse und
wurde von über 1200 Teilnehmern aus der ganzen Welt besucht. Die TIR hatte
dabei gleich zweimal die Gelegenheit, rechtliche Aspekte der
Mensch-Tier-Beziehung auf staatenübergreifender Ebene kritisch zu beleuchten.
Einen ausführlichen Bericht über die beiden Präsentationen und einige Schnappschüsse
aus Tokio finden Sie hier.
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